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Ein Ausflug zum duftenden Weihnachtsmarkt

Ein Ausflug zum duftenden Weihnachtsmarkt

Ein Ausflug zum duftenden Weihnachtsmarkt
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Am Morgen des fünfzehnten Dezembers wachte Loonie noch immer mit den bunten Bildern des Vorabends im Kopf auf. Sie träumte gerade von dem riesigen, leuchtenden Draht-Rentier im Schnee, als sie hörte, wie Tobi im Flur gähnte. Sofort sprang die kleine Spitzhündin aus ihrem Körbchen und lief wedelnd zur Treppe. Auch wenn die blinkenden Sicherheitslichter vom gestrigen Spaziergang nun ausgeschaltet auf der Kommode lagen, spürte Loonie, dass der heutige Tag ein neues Abenteuer bereithielt. Anna wartete bereits vor dem Adventskalender und kraulte der herbeieilenden Hündin liebevoll die weichen Ohren. Das fünfzehnte Säckchen war klein, aber seltsam schwer. Anna löste die Schnur und ließ den Inhalt in Tobis Hand fallen. Es war eine große, golden glänzende Münze aus Schokolade und ein kleiner, handgeschriebener Gutschein. „Ein Ausflug zum Weihnachtsmarkt!“, las Tobi vor und seine Augen leuchteten fast so hell wie die Lichterkette am Fenster. „Dort gibt es die besten Gerüche der ganzen Welt, Loonie. Das wird dir gefallen.“ Da es draußen noch hell war, beschlossen sie, sich sofort fertig zu machen, um den Markt noch vor dem großen Abendtrubel zu besuchen. Dick eingepackt in ihre Winterjacken und Schals machten sich Tobi und Anna mit Loonie auf den Weg in die Stadtmitte. Schon von Weitem konnte die feine Hundenase eine Veränderung in der kalten Winterluft wahrnehmen. Es roch nicht mehr nur nach Schnee und Kaminrauch, sondern nach einer aufregenden Mischung aus gebrannten Mandeln, süßen Gewürzen und herzhaften Leckereien. Als sie den Marktplatz erreichten, staunte Loonie nicht schlecht. Überall standen kleine Holzhütten, die mit Tannenzweigen und Kugeln geschmückt waren, und Menschen spazierten fröhlich dazwischen umher. Loonie blieb dicht an Annas Bein, denn so viele Beine und Stiefel waren ihr zunächst etwas unheimlich. Doch Anna sprach ihr beruhigend zu: „Du machst das toll, meine kleine Entdeckerin.“ Tobi kaufte sich und Anna jeweils eine Tasse dampfenden Punsch, der herrlich nach Orange und Zimt duftete. Loonie schnupperte interessiert an den Tassen, nieste dann aber prustend, als ihr der warme Dampf in die Nase stieg, was Tobi und Anna herzlich zum Lachen brachte. Gemeinsam schlenderten sie von Bude zu Bude, vorbei an Ständen mit handgeschnitzten Figuren und glänzenden Glaskugeln. Plötzlich blieb Loonie wie angewurzelt stehen und zog kräftig an der Leine in Richtung einer kleinen Hütte mit einem rot-weiß gestreiften Dach. „Was hast du denn entdeckt?“, fragte Tobi neugierig. Als sie näherkamen, sahen sie es: Es war ein Stand speziell für Vierbeiner! In großen Glasgläsern lagen Hundekekse in allen Formen und Farben. Die freundliche Verkäuferin beugte sich über den Tresen. „Na, du hast aber eine feine Nase“, sagte sie lächelnd und reichte Tobi einen kleinen Probierkeks in Form eines Tannenbaums. Loonie nahm den Leckerbissen vorsichtig entgegen und knusperte ihn genüsslich weg, während Anna eine kleine Tüte mit Leberwurst-Sternen für zu Hause kaufte. Mit dem Geschmack des köstlichen Kekses auf der Zunge und den vielen neuen Eindrücken im Kopf trat die kleine Familie den Heimweg an. Die Dämmerung setzte langsam ein, und die Lichter des Marktes begannen hinter ihnen golden zu glühen, ähnlich wie das Rentier am Abend zuvor. Loonie war müde vom vielen Schnüffeln und Beobachten. Der Trubel war spannend gewesen, doch nun freute sie sich wieder auf die Ruhe ihres eigenen Zuhauses. Zurück im warmen Wohnzimmer kuschelte sich Loonie sofort auf ihren Lieblingsplatz auf dem Teppich. Sie beobachtete blinzelnd, wie Tobi und Anna ihre Jacken aufhängten und sich glücklich über den schönen Nachmittag unterhielten. Es war ein Tag voller neuer Düfte gewesen, und Loonie schlief mit dem beruhigenden Wissen ein, dass ihre Menschen immer gut auf sie aufpassten, egal wie groß und laut die Welt draußen auch sein mochte.