← Zurück zur Übersicht
Ein glänzendes Schleifenchaos

Ein glänzendes Schleifenchaos

Ein glänzendes Schleifenchaos
0:00 / 0:00
Am Morgen des achtzehnten Dezembers wurden Tobi, Anna und Loonie von einem wunderbaren Duft begrüßt, der das gesamte Erdgeschoss erfüllte. Die Tanne, die sie am Vortag so liebevoll mit den Strohsternen geschmückt hatten, verströmte ihr herrlich würziges Waldaroma und erinnerte die kleine Familie sofort daran, dass das Weihnachtsfest nun mit großen Schritten näher rückte. Loonie reckte sich genüsslich auf ihrem Kissen, gähnte herzhaft und tapste dann sofort zum Weihnachtsbaum, um zu überprüfen, ob ihr neuer, großer grüner Freund noch an Ort und Stelle stand. Zufrieden schnüffelte sie an den untersten Zweigen, bevor sie erwartungsvoll zum Adventskalender blickte. Tobi und Anna kamen kurz darauf mit verstrubbelten Haaren und guter Laune ins Wohnzimmer. „Na, Loonie? Bist du bereit für Türchen Nummer achtzehn?“, fragte Tobi und kraulte der Spitzhündin das weiche Fell hinter den Ohren. Anna löste das entsprechende Säckchen von der Schnur. Es war weich, aber prall gefüllt. Neugierig steckte Loonie ihre Nase voran, als Anna den Inhalt auf dem Couchtisch ausbreitete: Es waren mehrere Rollen mit glänzendem Geschenkband in Rot, Gold und Grün sowie eine Handvoll passender Klebeetiketten. „Perfektes Timing“, stellte Anna fest. „Wir haben noch eine Menge Päckchen für unsere Familien zu packen. Heute wird die Weihnachtswerkstatt eröffnet!“ Wenig später hatte sich der Wohnzimmerboden in ein buntes Meer aus Papier, Kartons und Bändern verwandelt. Tobi und Anna saßen im Schneidersitz auf dem Teppich und hantierten mit Scheren und Klebestreifen. Für Loonie war dies das reinste Paradies. Jedes Mal, wenn Anna ein Stück Geschenkpapier von der Rolle schnitt, knisterte und raschelte es so verlockend, dass die Hündin sofort mit gespitzten Ohren herbeigeeilt kam. Sie liebte dieses Geräusch. Immer wieder versuchte sie spielerisch, die abgeschnittenen Papier Reste zu fangen, die langsam zu Boden segelten, oder stupste mit ihrer feuchten Nase gegen die bunten Kartons. Besonders die glänzenden Bänder aus dem Adventskalender hatten es der kleinen Spitzhündin angetan. Als Tobi versuchte, ein langes Stück rotes Band abzurollen, um eine Schleife zu binden, sah Loonie ihre Chance gekommen. Sie hielt das Ende des Bandes vorsichtig mit der Pfote fest und sah Tobi mit einem schelmischen Funkeln in den dunklen Knopfaugen an. Tobi lachte auf. „Hey, das brauche ich noch! Lass los, du kleiner Dieb“, neckte er sie sanft und zog leicht am Band. Doch Loonie dachte gar nicht daran, loszulassen. Es entwickelte sich ein fröhliches Tauziehen, bei dem die Hündin leise knurrte und mit dem Schwanz wedelte, bis sie das Band schließlich triumphierend, aber unversehrt, freigab. „Weißt du was? Du hast dir auch eine Verzierung verdient“, sagte Anna schmunzelnd. Sie nahm ein kurzes Stück des goldenen Geschenkbandes und band es ganz locker und vorsichtig um Loonies Halsband, sodass eine prächtige, schimmernde Schleife auf ihrem Nacken saß. Tobi klatschte begeistert in die Hände. „Das schönste Geschenk von allen!“, rief er. Loonie schien zu spüren, dass sie hübsch aussah, denn sie stolzierte stolz durch das Wohnzimmer und präsentierte ihre neue Dekoration, während ihre Besitzer die letzten Päckchen fertigstellten. Als alle Geschenke eingepackt waren, schichteten Tobi und Anna sie vorsichtig unter den Weihnachtsbaum. Die bunten Papiere und die glänzenden Schleifen funkelten im Licht der Lichterkette und passten wunderbar zu den goldenen Strohsternen in den Zweigen darüber. Das Wohnzimmer wirkte nun noch festlicher und voller Geheimnisse. Erschöpft von der Aufregung und dem vielen Spielen kuschelte sich Loonie schließlich zwischen Tobi und Anna auf den Teppich. Während sie das knisternde Papierchaos aufräumten, blickte die Hündin schläfrig auf den Berg an Geschenken und fragte sich wohl, ob in einem der Päckchen vielleicht auch etwas Leckeres für sie versteckt war.