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Das lustige Familienfoto unter dem Weihnachtsbaum

Das lustige Familienfoto unter dem Weihnachtsbaum

Das lustige Familienfoto unter dem Weihnachtsbaum
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Am Morgen des neunzehnten Dezembers herrschte im Wohnzimmer von Tobi und Anna eine besonders friedliche Stimmung. Der festlich geschmückte Tannenbaum, unter dem sich seit dem Vorabend die bunten Päckchen stapelten, leuchtete bereits und tauchte den Raum in ein warmes Licht. Loonie, die kleine Spitzhündin, war als Erste wach gewesen. Neugierig schnupperte sie an den Geschenken, die sie gestern beim Einpacken so aufmerksam bewacht hatte, und wedelte fröhlich mit ihrer buschigen Rute, als sie das leise Knistern des Papiers hörte. Doch sie war ein braves Hundemädchen und wusste genau, dass sie die Päckchen nicht öffnen durfte – zumindest noch nicht. Als Tobi und Anna gähnend, aber gut gelaunt die Treppe herunterkamen, begrüßte Loonie sie mit einem freudigen Bellen. „Guten Morgen, meine kleine Weihnachtselfe“, sagte Anna lachend und kraulte Loonie hinter den Ohren. Der Blick der Hündin wanderte sofort zur Schnur des Adventskalenders. Säckchen Nummer neunzehn war an der Reihe. Tobi nahm es ab und fühlte den weichen Inhalt durch den Stoff. „Das fühlt sich aber seltsam an“, murmelte er und öffnete die Schleife. Zum Vorschein kam ein Haarreif mit zwei weichen, braunen Plüsch-Geweihen und kleinen Glöckchen daran. „Ein Rentiergeweih!“, rief Anna entzückt. „Das ist unser Zeichen. Heute machen wir unser Weihnachtsfoto für Oma und Opa!“ Loonie beobachtete skeptisch das plüschige Ding in Annas Hand. Vorsichtig setzte Anna der Hündin das weiche Geweih auf den Kopf. Die kleinen Glöckchen klingelten leise, als Loonie den Kopf schief legte. Sie sah nun aus wie ein winziges, sehr flauschiges Rentier mit goldenem Fell. Tobi konnte sich vor Lachen kaum halten. „Du siehst hinreißend aus, Loonie! Warte, ich hole die Kamera.“ Während Tobi das Stativ vor dem Weihnachtsbaum aufbaute, versuchte Loonie, die seltsamen Ohren auf ihrem Kopf abzuschütteln. Sie schüttelte sich so kräftig, dass ihre eigenen Ohren flogen und das Geweih schief über ihr linkes Auge rutschte. Anna musste kichern und rückte es liebevoll wieder zurecht. „Nur für einen Moment, Süße. Dann gibt es auch ein Leckerli.“ Es war gar nicht so einfach, alle drei für das perfekte Foto zu positionieren. Tobi und Anna setzten sich auf den Teppich vor den Tannenbaum, genau zwischen die Geschenke. Loonie sollte in der Mitte sitzen und brav in die Kamera schauen. Doch jedes Mal, wenn Tobi den Selbstauslöser drückte und schnell zu Anna und Loonie auf den Boden hechtete, passierte etwas Unvorhergesehenes. Beim ersten Versuch drehte Loonie ihren Kopf weg, um an Tobis Hand zu schnuppern. Beim zweiten Versuch rutschte das Geweih wieder herunter, und auf dem Foto war nur ein brauner Plüschfleck zu sehen. Beim dritten Versuch fand Loonie es viel lustiger, Annas Nase abzulecken, genau in dem Moment, als es „Klick“ machte. „Das ist gar nicht so leicht wie gedacht“, keuchte Tobi lachend, nachdem er zum zehnten Mal zur Kamera gelaufen war. Loonie hingegen hatte großen Spaß. Sie dachte, das ständige Hin- und Herlaufen und das enge Kuscheln auf dem Boden sei ein neues Spiel. Sie hüpfte aufgeregt umher, und die Glöckchen an ihrem Geweih bimmelten fröhlich im Takt. „Ein Versuch noch“, sagte Anna und nahm Loonie sanft in den Arm. Tobi drückte den Knopf, rannte zurück und rief: „Spaghetti!“ Das rote Lämpchen an der Kamera blinkte hektisch. Eins, zwei, drei – Blitz! In letzter Sekunde hatte Loonie fröhlich gebellt und dabei fast so ausgesehen, als würde sie breit grinsen. Tobi lief gespannt zum kleinen Bildschirm der Kamera. „Perfekt!“, rief er begeistert. Das Foto war zwar nicht ganz so ordentlich, wie sie es geplant hatten – Annas Haare waren etwas zerzaust und das Geweih saß wieder schief – aber es strahlte pure Lebensfreude aus. Alle drei lachten oder sahen glücklich aus, und die Lichter des Tannenbaums funkelten im Hintergrund magisch. Zufrieden kuschelten sie sich danach auf das Sofa, befreiten Loonie von ihrem Rentier-Dasein und betrachteten das Bild noch lange. Es fing genau das ein, was ihre kleine Familie ausmachte: ein bisschen Chaos, ganz viel Spaß und noch mehr Liebe. Loonie bekam ihre versprochene Belohnung und legte sich zufrieden zu ihren Besitzern, während draußen langsam wieder dicke Schneeflocken vom Himmel fielen und den Garten in frisches Weiß hüllten.