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Eine rasante Schlittenfahrt im Pulverschnee

Eine rasante Schlittenfahrt im Pulverschnee

Eine rasante Schlittenfahrt im Pulverschnee
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Am Morgen des zwanzigsten Dezembers traute Loonie ihren Augen kaum, als sie aus dem Fenster schaute. Der dichte Schneefall, der am Vorabend während ihres lustigen Fotoshootings eingesetzt hatte, hatte die ganze Nacht angehalten. Nun lag der Garten unter einer noch dickeren, glitzernden weißen Decke als je zuvor. Die kleine Spitzhündin wuselte aufgeregt um die Beine ihrer Besitzer herum, als Tobi und Anna schlaftrunken in das Wohnzimmer kamen. Loonie wusste genau: So viel Schnee bedeutete ein neues Abenteuer. Zuerst ging es jedoch zum Adventskalender. Nur noch wenige Säckchen hingen an der Schnur, und die Spannung stieg mit jedem Tag. Anna löste das zwanzigste Päckchen und schüttelte es leicht. Es klapperte nicht und duftete auch nicht. Neugierig zupfte sie die Schleife auf und zog zwei rote Gelkissen in Herzform hervor. „Taschenwärmer!“, rief Tobi begeistert. Er nahm eines der Herzen, drückte das kleine Metallplättchen im Inneren, und sofort breitete sich eine wohlige Wärme in dem Kissen aus. Loonie schnupperte vorsichtig an dem warmen roten Herz und leckte kurz darüber, was Tobi zum Lachen brachte. „Das ist genau das Richtige für heute“, stellte Anna fest und schaute hinaus in die Winterlandschaft. „Wir gehen rodeln!“ Kurze Zeit später waren alle drei dick eingepackt. Tobi hatte den alten Holzschlitten aus dem Keller geholt, der beim Ziehen über den Asphalt noch leise knirschte, bis sie den weichen Schnee am Waldrand erreichten. Loonie liebte Ausflüge in den Wald. Sie sprang wie ein kleiner Gummiball durch die tiefen Wehen, sodass nur noch ihre spitzen Ohren und die buschige Rute zu sehen waren. Immer wieder flitzte sie zum Schlitten zurück, stupste das Holzgestell mit der Nase an und forderte Tobi mit einem hellen Bellen auf, sich zu beeilen. Am großen Hügel angekommen, war schon einiges los. Kinder in bunten Schneeanzügen sausten juchzend den Hang hinunter. Tobi zog den Schlitten bis ganz nach oben, während Anna und Loonie ihm folgten. Oben angekommen, hatten sie einen herrlichen Blick über die verschneiten Dächer der Stadt. „Bereit für die Abfahrt?“, fragte Tobi und klopfte den Schnee von der Sitzfläche. Er setzte sich hinten auf den Schlitten und stellte die Füße bereit zum Lenken. Anna setzte sich vor ihn und nahm Loonie sicher auf den Schoß, damit die kleine Hündin nicht herausfallen konnte. Loonie spitzte die Ohren und schaute gespannt den steilen Berg hinunter. „Eins, zwei, drei – und los!“, rief Tobi und stieß sie kräftig ab. Der Schlitten nahm sofort Fahrt auf. Der kalte Fahrtwind pfiff ihnen um die Ohren, und feiner Schneestaub wirbelte hoch. Loonie fand das Ganze unglaublich aufregend. Sie streckte ihre Nase in den Wind, und ihre goldenen Fellhaare wehten wild nach hinten. Es ging schneller und schneller, vorbei an verschneiten Tannen und jubelnden Kindern. Anna hielt die Hündin fest im Arm und lachte laut auf, während Tobi versuchte, den Schlitten geschickt um eine Bodenwelle zu lenken. Unten angekommen, bremste Tobi so scharf, dass eine kleine Schneewolke über ihnen zusammenbrach. Sie landeten sanft in einem weichen Schneehaufen am Ende der Piste. Loonie, die nun aussah wie ein kleiner Schneemann, schüttelte sich kräftig, sodass die Flocken nur so stoben. Übermütig sprang sie um den Schlitten herum und bellte den Hügel an, als wollte sie sagen: „Noch mal! Das war toll!“ Tobi und Anna klopften sich lachend den Schnee von den Jacken. Ihre Wangen waren rot von der Kälte und der Aufregung, aber ihre Augen strahlten. Auf dem Heimweg knickte Anna auch das zweite Wärmekissen, damit sie und Tobi sich abwechselnd die klammen Finger wärmen konnten. Müde, aber überglücklich stapfte die kleine Familie zurück ins warme Haus. Während die nassen Sachen an der Heizung trockneten, kuschelte sich Loonie tief in ihr Körbchen und träumte bereits von der nächsten rasanten Fahrt, während der Duft von heißem Tee durch das Zimmer zog.